Du hast nur ein Wochenende und möchtest trotzdem echte Berglandschaft, gute Wanderwege und ein wenig Kultur erleben? Davos in der Schweiz verbindet hochalpine Ausflugsziele mit überraschend viel Stadtleben. Ich zeige dir, welche Orte sich wirklich lohnen, wann Bergbahnen fahren, mit welchen Kosten du rechnen solltest und wie du die Region nachhaltig erkundest.
Die wichtigsten Punkte für deine Reise nach Davos
- 1560 Meter Höhe machen Davos zu einem besonderen Ausgangspunkt für Bergtouren und Wintersport.
- Schatzalp, Davosersee und Sertigtal eignen sich besonders gut für den ersten Aufenthalt.
- Eine Bergbahn-Tageskarte kostet für Erwachsene 55 CHF, die Schatzalp ist davon ausgenommen.
- Von Zürich erreichst du Davos mit dem Zug in etwa 2 Stunden 20 Minuten.
- Mit Gästekarte ist der Ortsbus in Davos in der Regel kostenlos.

Was Davos in der Schweiz so besonders macht
Davos liegt im Kanton Graubünden auf rund 1560 Metern über dem Meer und gilt als höchstgelegene Stadt Europas. Das klingt zunächst nach einem reinen Wintersportort, trifft die Atmosphäre aber nur halb. Neben Skipisten, Loipen und Bergbahnen gibt es eine lange Promenade, Museen, Cafés, Sportveranstaltungen und historische Walserhäuser.
Mich überzeugt vor allem die ungewöhnliche Mischung aus urbaner Infrastruktur und unmittelbarer Natur. Du kannst morgens auf einen Gipfel wandern, mittags in einem Restaurant einkehren und am Nachmittag durch eine Ausstellung gehen. Gleichzeitig solltest du die Höhenlage ernst nehmen. Wer aus dem Flachland kommt, startet besser mit einer gemütlichen Tour im Tal, bevor es auf über 2500 Meter geht.
Davos eignet sich besonders für Aufenthalte von zwei bis vier Tagen. Für einen Tagesausflug ist die Anreise aus Deutschland vergleichsweise lang, doch die Region belohnt eine Übernachtung mit deutlich mehr Ruhe. Viele schöne Ziele liegen außerhalb des Zentrums und entfalten ihren Reiz erst am frühen Morgen oder am späten Nachmittag.
Die schönsten Ausflugsziele für den ersten Aufenthalt
Schatzalp und Strelaalp
Die Schatzalp liegt auf 1861 Metern oberhalb von Davos und ist mit der Standseilbahn schnell erreichbar. Das historische Hotel erinnert an die Zeit der Sanatorien und steht eng mit Thomas Manns Roman „Der Zauberberg“ in Verbindung. Ich finde den Ort besonders gelungen, weil hier Geschichte, Aussicht und ein kurzer Spaziergang ohne große Anstrengung zusammenkommen.
Von der Schatzalp führt ein etwa 15-minütiger Aufstieg zur Strelaalp auf rund 1921 Meter. Die Strecke ist kurz, aber nicht völlig eben. Im Winter wird die rund 2,5 Kilometer lange Abfahrt nach Davos als präparierte Schlittelbahn genutzt. Wichtig ist, dass die Schatzalp bei den normalen Bergbahn-Tageskarten nicht automatisch enthalten ist.
Davosersee
Der Davosersee ist das unkomplizierteste Ausflugsziel der Region. Ein Weg führt am Ufer entlang und eignet sich für einen Spaziergang, eine Joggingrunde oder eine entspannte Pause mit Blick auf die Berge. Im Sommer werden dort unter anderem Wassersport und Baden angeboten, wobei die tatsächliche Wassertemperatur stark vom Wetter abhängt.
Für Familien und Reisende ohne alpine Erfahrung ist der See ein guter Einstieg. Ich würde ihn nicht als spektakulärsten Ort der Region bezeichnen, aber als verlässlichen Rückzugsort, an dem man ohne große Planung einige ruhige Stunden verbringen kann.
Sertigtal und Sertig-Wasserfall
Das Sertigtal gehört für mich zu den stimmungsvollsten Zielen rund um Davos. Hinter dem Sertig-Dörfli öffnet sich ein breites Hochtal mit Walserhäusern, Bergwiesen und markanten Gipfeln. Am Talschluss liegt der Sertig-Wasserfall, der in mehreren Stufen etwa 60 Höhenmeter überwindet.
Vom Walserhuus dauert der gemütliche Spaziergang zum Wasserfall ungefähr 30 Minuten. Wer mehr möchte, kann ausgedehnte Bergwanderungen anschließen. Bei schlechtem Wetter oder nach starken Regenfällen können Wege rutschig sein, deshalb gehören feste Schuhe und eine leichte Regenjacke auch bei einer kurzen Tour ins Gepäck.
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Dischmatal und Flüelatal
Das Dischmatal ist ruhiger als die bekannteren Gipfelziele und eignet sich für alle, die Natur ohne großes Freizeitprogramm suchen. Im Flüelatal wird die Landschaft zunehmend hochalpin. Wälder und Alpweiden gehen in Geröll, Bergbäche und karge Hänge über, bevor die Straße zum Flüelapass ansteigt.
Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann den Flüelapass als aussichtsreiche Passfahrt einplanen. Im Winter ist die Verbindung allerdings nicht immer geöffnet. Für mich sind die Seitentäler außerdem die bessere Wahl, wenn man weniger Trubel und mehr Landschaft sucht als an den großen Bergbahnstationen.
Welche Bergbahn und welche Wanderung zu dir passt
Die Auswahl an Bergen ist groß, deshalb würde ich nicht versuchen, an einem Tag möglichst viele Bahnen abzuhaken. Besser ist es, einen Berg passend zum eigenen Tempo auszuwählen. Parsenn ist klassisch und weitläufig, das Jakobshorn wirkt sportlicher, während Rinerhorn und Schatzalp oft entspannter wirken.
| Ziel | Besonders geeignet für | Charakter |
|---|---|---|
| Parsenn und Weissfluhjoch | Panoramawanderungen, Wintersport, weite Abfahrten | Großzügig, aussichtsreich, oft gut besucht |
| Jakobshorn | Sportliche Gäste, Freestyle, Gratwanderungen | Lebendig und abwechslungsreich |
| Schatzalp | Kultur, Familien, kurze Spaziergänge | Historisch, sonnig und leicht erreichbar |
| Rinerhorn | Familien, Wanderungen, ruhige Bergtage | Etwas beschaulicher |
| Flüelatal | Naturliebhaber, Radfahrer, Passausflüge | Hochalpin und wetterabhängig |
Im Sommer 2026 laufen die Bahnen nicht alle im gleichen Zeitraum. Schatzalp ist laut Saisonplan von Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet, Rinerhorn und Jakobshorn fahren teilweise bis Mitte Oktober. Die Parsenn-Bahn in Davos beendet ihren Sommerbetrieb dagegen bereits Anfang September. Vor der Anreise solltest du den konkreten Betriebstag prüfen, besonders in der Nebensaison.
Im Winter verteilen sich die Angebote auf sechs Gebiete. Parsenn ist die erste Wahl für lange, klassische Pistentage. Das Jakobshorn spricht eher sportliche Fahrer und die Freestyle-Szene an. Für Familien oder einen halben Tag auf Schnee sind Schatzalp und Rinerhorn oft angenehmer, weil man dort nicht zwingend einen kompletten Skitag planen muss.
Kultur und Schlechtwetterideen mitten in den Bergen
Davos ist kein Ort, an dem man bei Regen automatisch im Hotel sitzen muss. Das Kirchner Museum Davos widmet sich dem deutschen Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner, der viele Jahre in Davos lebte. Das Museum besitzt die weltweit größte Sammlung seiner Werke und ist auch architektonisch sehenswert.
Thomas Manns Spuren führen zur Schatzalp, während die Ortsgeschichte an vielen Stellen durch Walserarchitektur, Kirchen und ältere Hotelbauten sichtbar bleibt. Ich empfehle, einen Museumsbesuch nicht als Notlösung für schlechtes Wetter zu betrachten. Gerade nach mehreren Stunden draußen macht ein konzentrierter Kulturblock den Aufenthalt abwechslungsreicher.
Sportfans können sich außerdem mit der Eishockeytradition des HC Davos beschäftigen. Im Winter kommen Veranstaltungen, Eislaufangebote und saisonale Aktivitäten hinzu. Bei Familien lohnt es sich, nicht nur nach großen Attraktionen zu suchen. Ein kurzer Museumsbesuch, eine warme Pause und ein Spaziergang an der Promenade ergeben oft den entspannteren Tag.
Anreise, Preise und nachhaltige Planung
Aus Deutschland ist die Bahn meist die angenehmste Variante. Von Zürich geht es mit der SBB nach Landquart und von dort mit der Rhätischen Bahn weiter nach Davos. Die Gesamtfahrt ab Zürich dauert ungefähr 2 Stunden 20 Minuten. Als Richtwerte gelten etwa 5 Stunden 40 Minuten ab München, 5 Stunden ab Stuttgart und rund 6 Stunden ab Frankfurt, abhängig von Verbindung und Umstiegen.
Mit dem Auto fährst du über die A3 beziehungsweise A13 bis zur Ausfahrt Landquart und weiter auf der Kantonsstraße. Von Zürich dauert die Fahrt ungefähr zwei Stunden. Für Schweizer Autobahnen brauchst du eine Jahresvignette für 40 CHF. Im Winter können bei starkem Schneefall Schneeketten nötig sein, auch wenn moderne Winterreifen selbstverständlich sind.
| Leistung | Richtpreis oder Zeit | Wichtiger Hinweis |
|---|---|---|
| Bergbahn-Tageskarte Erwachsene | 55 CHF | Gilt auf offenen Anlagen der Davos Klosters Mountains, nicht auf der Schatzalp |
| Bergbahn-Tageskarte Jugendliche | 39 CHF | Preisangaben können saisonal angepasst werden |
| Bergbahn-Tageskarte Kinder | 22 CHF | Gültigkeit und Altersgrenzen vor dem Kauf prüfen |
| Familien-Tageskarte | 138 CHF | Für Familien oft günstiger als Einzeltickets |
| Premium Card in der Nebensaison | ab 13 CHF pro Erwachsenem | Für Übernachtungsgäste, Bedingungen der Unterkunft beachten |
Wer in Davos übernachtet, sollte die Gästekarte direkt bei der Unterkunft erfragen. Damit ist der Ortsbus normalerweise kostenlos, und Bergbahnfahrten können in der Nebensaison deutlich günstiger werden. Ich plane Ausflüge gern so, dass ich Bahn, Bus und kurze Fußwege kombiniere. Das spart Parkplatzsuche und reduziert den Verkehr in den empfindlichen Hochtälern.
Nachhaltig unterwegs zu sein bedeutet hier nicht, auf Erlebnisse zu verzichten. Nutze markierte Wege, bleibe bei Weidevieh auf Abstand und nimm Abfälle wieder mit ins Tal. In der Dämmerung sollten sensible Wald- und Wildruhezonen gemieden werden. Gerade im Winter können kleine Abkürzungen Tiere aufscheuchen oder Lawinenwarnungen missachten.
So würde ich drei Tage in Davos aufteilen
Am ersten Tag würde ich den Ort, den Davosersee und die Schatzalp verbinden. Das ist ein guter Einstieg, weil die Wege überschaubar bleiben und du trotzdem einen Eindruck von Landschaft, Geschichte und Höhenlage bekommst.
Der zweite Tag gehört einem Bergziel. Im Sommer bieten sich Parsenn oder Jakobshorn für eine längere Wanderung an, im Winter entscheidest du nach Schnee und Können zwischen Parsenn, Jakobshorn und den familienfreundlicheren Gebieten. Für den dritten Tag würde ich das Sertigtal oder das Flüelatal wählen und bewusst einen ruhigeren Abschluss einplanen.
Mein wichtigster Rat lautet, Davos nicht nur über die bekannteste Bergbahn zu erleben. Die schönsten Erinnerungen entstehen oft dort, wo der Weg langsamer wird: an einem Bach im Seitental, auf einer sonnigen Bank oberhalb des Ortes oder bei einer kleinen Einkehr mit Blick auf die Gipfel.