Die passende Latemar-Tour hängt von Kondition und Anspruch ab
- Obereggen eignet sich besonders für Panoramawege und familienfreundliche Erlebniswege.
- Das Latemar-Labyrinth verbindet bizarre Felsblöcke mit einer abwechslungsreichen Rundwanderung.
- Die Tour zur Latemarhütte auf 2.671 Metern ist erfahrenen Bergwanderern vorbehalten.
- Für den Sommer 2026 öffnen die wichtigsten Bergbahnen je nach Standort zwischen dem 6. Juni und dem 4. Oktober.
- Feste Bergschuhe, Wetterreserve und eine aktuelle Routenprüfung gehören auch bei kurzen Touren dazu.
Welche Seite des Latemars der beste Startpunkt ist
Das Latemar-Massiv liegt zwischen Südtirol und dem Trentino und lässt sich von mehreren Seiten erreichen. Für die meisten Wanderer sind Obereggen, Pampeago, Predazzo und der Karerpass die praktischsten Ausgangspunkte. Die Wahl entscheidet oft darüber, ob der Tag gemütlich beginnt oder direkt mit einem längeren Aufstieg startet.
| Ausgangspunkt | Besonders geeignet für | Mein Eindruck |
|---|---|---|
| Obereggen | Panoramawege, Familien, Hüttenwanderungen | Der vielseitigste Start mit Liftunterstützung |
| Karerpass | Felslabyrinth, Latemarwiesen, Bergkino | Ideal für abwechslungsreiche Rundtouren |
| Karersee | Kurze Spaziergänge und leichte Wanderungen | Gut für einen entspannten Einstieg |
| Pampeago | Höhenwege und Übergänge Richtung Passo Feudo | Offene Landschaft, wenig Schatten |
| Predazzo | Touren auf der Trentiner Seite | Spannend für eine andere Perspektive auf das Massiv |
Obereggen ist aus meiner Sicht der unkomplizierteste Einstieg. Mit dem Sessellift Oberholz erreichst du schnell die Baumgrenze und kannst oben mit einer aussichtsreichen Tour beginnen. Wer lieber von Anfang an durch Wald und Almwiesen geht, findet rund um den Ort ebenfalls zahlreiche markierte Wege.
Der Karerpass und der nahe Karersee punkten dagegen mit einer besonderen Landschaft. Der Karer See liegt auf etwa 1.502 Metern und bildet einen schönen Ausgangspunkt für kurze Wege, während das Felslabyrinth des Latemars deutlich mehr Trittsicherheit verlangt. Gerade diese Mischung macht die Nordseite für Familien mit unterschiedlichen Ansprüchen interessant.

Drei Touren, die den Charakter des Latemars zeigen
Panoramaweg ab Obereggen
Die Runde ab der Bergstation Oberholz führt zur Aussichtsplattform Latemar.360°, über Almflächen und durch Lärchenwälder. Die offizielle Streckenangabe nennt rund 7,8 Kilometer, 427 Höhenmeter und 2 Stunden 28 Minuten. Der höchste Punkt liegt bei etwa 2.333 Metern.
Die Tour wirkt auf den ersten Blick gemütlich, ist aber kein reiner Spaziergang. Im alpinen Gelände brauchst du stabile Schuhe und etwas Trittsicherheit, besonders wenn der Untergrund nass oder steinig ist. Ich würde sie als gute Wahl für ausdauernde Einsteiger bezeichnen, die bereits Erfahrung auf Bergwegen haben.
Durch das Latemar-Labyrinth zum Bergkino
Vom Karerpass führt eine abwechslungsreiche Rundwanderung zum Mitterleger, durch das Felslabyrinth und weiter zu den Latemarwiesen. Die Runde ist etwa 8,6 Kilometer lang, dauert knapp drei Stunden und umfasst ungefähr 381 Höhenmeter im Aufstieg.
Das Labyrinth entstand durch einen Bergsturz. Zwischen den mächtigen Felsblöcken gibt es schmale Durchgänge und steinige Passagen, an denen du gelegentlich die Hände zur Unterstützung brauchst. Für Kinder kann das spannend sein, mit Kinderwagen ist der Weg jedoch ungeeignet. Der Abschnitt ist technisch mittelschwer, auch wenn die Gesamtdistanz überschaubar bleibt.
Mein Tipp ist, die Runde nicht nur wegen des Felslabyrinths zu planen. Die Latemarwiesen und das Bergkino sorgen für den ruhigeren, offenen Kontrast zur engen Felslandschaft und sind ein hervorragender Rastplatz.
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Zur Latemarhütte und zum Rifugio Torre di Pisa
Wer eine echte Bergtour sucht, nimmt ab Obereggen zunächst den Sessellift Oberholz und steigt anschließend über felsiges Gelände zur Latemarhütte auf. Die Tour umfasst ungefähr 8,3 Kilometer und 719 Höhenmeter, die Gehzeit liegt bei rund vier Stunden. Mit einer Höhe von etwa 2.671 Metern ist die Hütte deutlich alpiner als die leichteren Panoramarouten.
Der Anstieg über die Gamsstallscharte und den Weg 516 verlangt gute Kondition, sicheren Tritt und Schwindelfreiheit. Ich würde diese Tour nicht als „etwas anspruchsvollere Wanderung“ verharmlosen. Bei Unsicherheit, Gewitterneigung oder Restschnee ist ein niedriger gelegener Weg die bessere Entscheidung.
| Tour | Länge | Höhenmeter | Zeit | Schwierigkeit |
|---|---|---|---|---|
| Panoramaweg ab Oberholz | 7,8 km | 427 m | ca. 2:28 h | mittel |
| Latemar-Labyrinth ab Karerpass | 8,6 km | 381 m | ca. 2:55 h | mittel |
| Latemarhütte | 8,3 km | 719 m | ca. 4:00 h | schwer |
So planst du die Wanderung im Sommer 2026
Die Saison im Hochgebirge beginnt nicht automatisch mit dem kalendarischen Sommer. Für 2026 ist der Sessellift Obereggen-Oberholz vom 6. Juni bis 4. Oktober vorgesehen, die Kabinenbahn Obereggen-Ochsenweide vom 13. Juni bis 4. Oktober. An den anderen Ausgangspunkten gelten kürzere Zeiträume.
| Gebiet | Voraussichtlicher Betrieb 2026 | Wichtig für die Planung |
|---|---|---|
| Obereggen | 6. Juni bis 4. Oktober | Oberholz-Sessellift ab 8:30 Uhr bis 18:00 Uhr |
| Pampeago | 13. Juni bis 27. September | Mittagspause der Bahn von 13:00 bis 14:00 Uhr |
| Predazzo | 13. Juni bis 20. September | Letzte Rückfahrtzeiten unbedingt beachten |
Für eine Bergtour mit Liftunterstützung gilt außerdem eine einfache Regel: Die letzte Talfahrt ist kein großzügiger Puffer. Plane mindestens 45 Minuten Reserve ein, bei einer anspruchsvollen Route besser deutlich mehr. Wer zu spät kommt, muss den Abstieg unter Umständen zusätzlich zu den bereits absolvierten Höhenmetern bewältigen.
Was du für Wege und Bergtouren einpacken solltest
Auch die leichten Wege am Latemar führen in Höhenlagen, in denen Sonne, Wind und Wetter schnell wechseln. Für mich gehören deshalb knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil, eine Regenjacke, warme Zusatzkleidung und Sonnenschutz zur Grundausrüstung.
- mindestens 1 bis 1,5 Liter Wasser pro Person
- kleine Jause und etwas schnell verfügbare Energie
- Offline-Karte oder Wanderkarte mit eingezeichneter Route
- geladenes Mobiltelefon und eine kleine Powerbank
- Erste-Hilfe-Set, Blasenpflaster und Rettungsdecke
- Wanderstöcke für lange Abstiege oder loses Geröll
Für den Weg zur Latemarhütte kommen je nach Wetterlage Handschuhe und eine wärmere Schicht hinzu. Ein Klettersteig ist eine andere Kategorie als eine Bergwanderung. Sobald eine Route gesicherte Passagen, ausgesetzte Querungen oder Kletterstellen enthält, brauchst du passende Erfahrung und bei ausgewiesenen Klettersteigen zusätzlich Klettersteigset, Helm und Gurt.
Das häufigste Missverständnis ist die Einschätzung der Gehzeit. Höhenmeter bergab ermüden die Beine ebenso wie der Aufstieg, und ein felsiger Weg kostet mehr Zeit als ein breiter Forstweg. Ich rechne bei einer Tour lieber langsam und realistisch, besonders wenn Kinder, ältere Mitwanderer oder wechselhaftes Wetter dabei sind.
Mit Rücksicht auf Bergwelt und Besucher anreisen
Das Latemar-Gebiet gehört zum UNESCO-Welterbe Dolomiten und ist an schönen Sommertagen entsprechend beliebt. Wer früh startet, erlebt nicht nur bessere Lichtstimmungen, sondern entlastet auch Parkplätze und schmale Wege. Rund um Obereggen stehen öffentliche Busse und Wandershuttles zur Verfügung, sodass das Auto nicht für jede Teilstrecke nötig ist.
Auf den markierten Wegen zu bleiben, ist mehr als eine Formalität. Abkürzungen durch Almwiesen können Pflanzen beschädigen und führen bei Felsgelände schnell in unübersichtliche Bereiche. Hunde sollten unter Kontrolle bleiben, Weidegatter werden geschlossen und Abfälle wieder mit ins Tal genommen.
Bei einer Hüttenpause gehört die regionale Einkehr für mich fest zum Bergerlebnis. Trotzdem sollte man nicht jede Tour nach der Anzahl der Almen auswählen. Eine Hütte ist kein Ersatz für Wasserreserve, und außerhalb der bewirtschafteten Zeiten musst du autark unterwegs sein.
Besonders empfindlich ist die Umgebung des Karer Sees. Das Wasser und die Uferbereiche wirken auf Fotos oft frei zugänglich, sind aber kein Picknickplatz für große Gruppen. Rücksicht, leise Wege und ein kurzer Aufenthalt an stark frequentierten Aussichtspunkten helfen, dass die Landschaft ihren Reiz behält.
Mein Maßstab für einen gelungenen Tag am Latemar
Die beste Route ist nicht automatisch die längste oder höchste. Für einen ersten Besuch würde ich die Panoramarunde ab Oberholz wählen, bei begrenzter Zeit das Latemar-Labyrinth und nur bei stabiler Wetterlage sowie guter Kondition die Latemarhütte.Prüfe am Vorabend Wetter, Wegstatus und Bergbahnzeiten, starte früh und passe die Tour unterwegs ohne schlechtes Gewissen an. Ein rechtzeitiger Umweg oder Abstieg ist am Latemar kein Scheitern, sondern gute alpine Planung.