Wer an der Saarschleife bei Mettlach ankommt, steht vor einer ungewöhnlichen Entscheidung: Reicht der berühmte Blick von der Cloef oder soll daraus ein ganzer Ausflug mit Baumwipfelpfad, Wanderung und Flussüberquerung werden? Ich zeige, welche Aussichtspunkte, Wege und Aktivitäten sich wirklich lohnen, was Eintritt und Parken kosten und wie du deinen Besuch 2026 sinnvoll planst.
Die schönsten Erlebnisse liegen zwischen Cloef, Wald und Saarufer
- Cloef bietet den bekannten Panoramablick kostenlos.
- Der 1.250 Meter lange Baumwipfelpfad führt zu einem 42 Meter hohen Aussichtsturm.
- Für Wanderer reichen die Wege vom 2,7 Kilometer langen Spaziergang bis zur anspruchsvollen Tagestour.
- Die Anreise mit der Buslinie 250 ab Merzig ist möglich.
- Wer mit Kindern unterwegs ist, kann den Baumwipfelpfad mit dem Abenteuerwald verbinden.

Was die große Flussschleife so besonders macht
Die Saar zieht bei Mettlach eine enge, fast vollständig geschlossene Kurve durch bewaldete Hänge. Der bekannteste Blick eröffnet sich von der Cloef in Orscholz, einem felsigen Aussichtspunkt rund 180 Meter über dem Fluss. Genau genommen liegt der Aussichtspunkt nicht im Ortskern von Mettlach, sondern im Ortsteil Orscholz der Gemeinde Mettlach.
Geologisch ist die Landschaft ebenfalls interessant. Die Felsformation besteht aus Taunusquarzit, einem besonders harten Gestein, das die Saar über lange Zeit umfließen musste. Die Saarschleife und die Cloef gelten seit 2006 als Nationales Geotop. Ein Geotop ist ein besonders schützenswerter Ort mit erdgeschichtlicher Bedeutung.
Ich finde, dass die Schleife nicht nur wegen ihres Postkartenmotivs sehenswert ist. Oben wirkt sie wie ein Landschaftsbild, unten im Tal wird spürbar, wie eng Fluss, Felsen und Wald tatsächlich zusammenliegen. Wer Zeit hat, sollte deshalb nicht beim ersten Aussichtspunkt umdrehen.
Der beste Blick beginnt an der Cloef
Der Aussichtspunkt Cloef ist frei zugänglich und mit Bänken ausgestattet. Von hier siehst du den bewaldeten Umlaufberg in der Flussschleife und bei klarer Sicht weit über den Naturpark Saar-Hunsrück. Für einen kurzen Zwischenstopp reichen meist 20 bis 30 Minuten, besonders stimmungsvoll ist der Blick am frühen Morgen oder am späten Nachmittag.
Die größere Perspektive bietet der Baumwipfelpfad. Der Weg verläuft auf einer Länge von 1.250 Metern durch die Baumkronen und führt ohne Treppen zu einem 42 Meter hohen Aussichtsturm. Die Rampen haben eine maximale Steigung von etwa 6 Prozent, deshalb eignet sich die Anlage auch für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen.
Für den Besuch solltest du ungefähr 1 bis 2 Stunden einplanen. Der reguläre Eintrittspreis 2026 beträgt 13 Euro für Erwachsene, 12 Euro für Ermäßigte und 11 Euro für Kinder von 4 bis 14 Jahren. Ein Familienticket für zwei Erwachsene und eigene Kinder kostet 31 Euro. Der Besuch des Aussichtspunkts selbst bleibt kostenlos.
Die Öffnungszeiten wechseln je nach Saison. Der letzte Einlass ist eine Stunde vor Schließung, und bei Gewitter, Sturm, Hagel oder gefährlicher Eisbildung kann der Pfad kurzfristig geschlossen werden. Ich würde die tagesaktuellen Zeiten am Besuchstag prüfen, denn gerade in der kalten Jahreszeit ändern sich die Zeitfenster deutlich.
Wandern zwischen Aussicht, Saar und Burg Montclair
Rund um die Flussschleife gibt es mehrere Wege, die sich deutlich in Länge und Anspruch unterscheiden. Für die Auswahl ist weniger die Kondition allein entscheidend als das Gelände: Einige Abschnitte führen über schmale Pfade und steile Hänge, während andere eher Spaziergangcharakter haben.
| Route | Länge und Dauer | Anspruch | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Traumschleifchen Überblick | 2,7 km, etwa 50 Minuten | leicht | Kurzer Einstieg mit Aussicht |
| Traumschleifchen Weitblick | 4 km, etwa 1 Stunde | leicht | Geeignet für eine entspannte Runde |
| Traumschleife Cloefpfad | 8 km, etwa 3,5 Stunden | mittel | Steinbachtal, Saarufer und Cloef |
| Saarschleife Tafeltour | 16,4 km, etwa 5 Stunden | schwer | Cloef, Burg Montclair und regionale Einkehr |
| Saar-Hunsrück-Steig, Etappe 2 | 18,8 km, etwa 4 Stunden 50 Minuten | mittel | Von Hellendorf über Orscholz nach Mettlach |
Mein Favorit für einen aktiven Tagesausflug ist der Cloefpfad. Er verbindet den berühmten Blick mit Waldpassagen, dem Steinbachtal und dem Saarufer, ohne gleich eine vollständige Tagestour zu verlangen. Der steile Aufstieg am Ende sollte allerdings nicht unterschätzt werden, vor allem bei feuchtem Laub.
Die Tafeltour ist die bessere Wahl, wenn du Wandern gern mit regionaler Küche verbindest. Auf dem Weg liegen unter anderem die Burg Montclair und mehrere Einkehrmöglichkeiten. Die Ruine auf dem bewaldeten Umlaufberg wirkt besonders eindrucksvoll, weil sie den Blick auf die Schleife aus einer ganz anderen Höhe ergänzt.
Im Tal fährt die Fähre Welles, die Wanderer und Fahrräder über die Saar setzt. Von April bis Oktober ist sie normalerweise täglich außer montags unterwegs, im März und November am Wochenende. Zwischen Dezember und Februar findet in der Regel kein Fährbetrieb statt. Bei einer Wanderung solltest du die Fährzeiten einplanen und bei wechselhaftem Wetter eine alternative Rückroute kennen.
Anreise und Tagesplanung ohne unnötige Umwege
Mit dem Auto fährst du zum Bereich Cloef-Atrium und Baumwipfelpfad in Orscholz. Die Parkplätze P1 und P2 sind ausgeschildert und kostenpflichtig. 2026 gelten für Pkw nach aktueller Betreiberangabe 1,50 Euro bis zwei Stunden, 3 Euro bis vier Stunden, 4,50 Euro bis sechs Stunden und 6 Euro für den ganzen Tag.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichst du Orscholz montags bis freitags und am Wochenende eingeschränkt mit der Buslinie 250 ab Merzig. Die Haltestelle „Cloef, Orscholz Mettlach“ liegt nur etwa fünf Gehminuten vom Baumwipfelpfad entfernt. Wer eine Wanderung im Tal plant, kann auch über den Bahnhof Mettlach anreisen und den Ausflug mit einer Route zwischen Mettlach und Orscholz verbinden.
Für Wohnmobile und Reisebusse gelten besondere Zufahrtsregeln. Die Brücke in Mettlach ist für diese Fahrzeuge nicht geeignet. Wohnmobile können in der Nähe der Rehaklinik parken, dort gibt es jedoch keine Ver- und Entsorgung. Für Reisebusse ist der ausgewiesene Parkplatz P1 vorgesehen, die Tagesgebühr beträgt 10 Euro.
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Mein sinnvoller Ablauf für einen Tag
- Am Vormittag den Baumwipfelpfad besuchen, solange der Aussichtsturm noch nicht stark gefüllt ist.
- Danach zur Cloef gehen und den kostenlosen Blick in Ruhe fotografieren.
- Je nach Kondition den Cloefpfad beginnen oder direkt nach Mettlach weiterfahren.
- Eine regionale Mahlzeit einplanen und bei passender Saison die Fähre Welles nutzen.
Wer nur zwei bis drei Stunden zur Verfügung hat, braucht keine lange Wanderung zu erzwingen. Cloef und Baumwipfelpfad ergeben bereits ein rundes Erlebnis, während die längeren Wege eher für einen halben oder ganzen Tag gedacht sind.
Familien, Kinderwagen und Naturverträglichkeit
Für Familien ist die Kombination aus Baumwipfelpfad und Abenteuerwald besonders praktisch. Der Abenteuerwald umfasst mehr als 7.000 Quadratmeter und bietet über 25 Spiel- und Lernstationen. Ein Kombiticket kostet 2026 für Erwachsene 19 Euro, für Kinder 16 Euro und für Familien 44 Euro.
Kinder unter 14 Jahren dürfen den Baumwipfelpfad nur in Begleitung eines Erwachsenen betreten. Der Weg und der Turm sind stufenlos angelegt, allerdings bleibt der Besuch bei großem Andrang mit Kinderwagen weniger entspannt. Hunde sind auf dem Baumwipfelpfad nicht erlaubt; für Assistenzhunde gelten Ausnahmen.
Auch bei Regen bleibt der Pfad normalerweise geöffnet. Für Wanderungen empfehle ich trotzdem Schuhe mit griffigem Profil, denn der Cloefpfad kann bei Nässe rutschig werden. Bei starkem Wind solltest du die Waldwege meiden, da abbrechende Äste und geschädigte Bäume ein reales Risiko sind.
Die Landschaft lebt davon, dass Besucher auf den markierten Wegen bleiben. Ich nehme für solche Ausflüge grundsätzlich eine kleine Trinkflasche, eine wiederverwendbare Brotdose und etwas Zeit für Pausen mit. So bleibt der Aufenthalt angenehm, ohne dass zusätzliche Einwegverpackungen oder unnötige Autofahrten den Naturbesuch belasten.
So bleibt dein Saarschleifen-Tag lange in Erinnerung
Für den ersten Besuch würde ich früh zur Cloef fahren, den Baumwipfelpfad mitnehmen und anschließend den Cloefpfad beginnen. Wer hauptsächlich fotografieren möchte, braucht keine große Wanderung. Wer Landschaft wirklich verstehen will, sollte dagegen den Abstieg zur Saar oder eine Tour zur Burg Montclair einplanen.
Die Saarschleife ist kein Ziel, das man möglichst schnell abhakt. Ihr Reiz entsteht durch den Wechsel zwischen Weitblick, Wald, Fels und Fluss. Genau deshalb lohnt sich eine ruhige Planung mit passenden Schuhen, etwas Pufferzeit und dem Mut, den bekannten Aussichtspunkt für ein paar Stunden hinter sich zu lassen.