Wer die Schweiz nicht nur als Panorama, sondern als Filmkulisse erleben möchte, findet rund um James Bond einige außergewöhnliche Ausflugsziele. Besonders eindrucksvoll sind das Schilthorn mit dem Piz Gloria, der Furkapass bei Andermatt und der Verzasca-Staudamm im Tessin. Ich zeige, welche Szenen dort entstanden, was heute noch zugänglich ist und wie sich die Reise sinnvoll planen lässt.
Diese Bond-Schauplätze lohnen sich besonders
- Schilthorn auf 2.970 Metern mit Drehrestaurant, Ausstellung und Alpenpanorama
- Furkapass als Schauplatz der legendären Verfolgungsjagd aus Goldfinger
- Verzasca-Staudamm mit der 220 Meter hohen Sprungstelle aus GoldenEye
- Beste Reisezeit für die Passstraßen ist meist von Juni bis Oktober
- Öffentliche Verkehrsmittel sind am Schilthorn und im Verzascatal oft die angenehmere Wahl
Die wichtigsten James-Bond-Drehorte der Schweiz im Überblick
Die Schweizer Schauplätze verteilen sich auf mehrere Regionen und bilden keine kompakte Rundwanderung. Für eine vollständige Tour sollte ich deshalb mit mindestens drei Tagen rechnen. Die bekanntesten Orte gehören zu drei verschiedenen Filmen und bieten jeweils ein ganz anderes Reiseerlebnis.
| Film | Ort | Was heute interessant ist | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Goldfinger, 1964 | Furkapass und Andermatt | Kurvenreiche Passstraße, Hotel Belvédère, alpine Aussicht | Autofahrt oder Motorradtour |
| Im Geheimdienst Ihrer Majestät, 1969 | Schilthorn, Piz Gloria, Mürren | Drehrestaurant, Bond-Ausstellung, Eiger-Mönch-Jungfrau-Panorama | Seilbahn, Wandern optional |
| GoldenEye, 1995 | Verzasca-Staudamm | Originalkulisse des berühmten Bungee-Stunts | Leicht zugänglich, Sprung nur mit Buchung |
Genf, der Bürgenstock und die Region um Stans tauchen ebenfalls im Zusammenhang mit Goldfinger auf. Für Reisende sind sie eher ergänzende Stationen, während die drei Orte in der Tabelle den stärksten Wiedererkennungswert besitzen.

Schilthorn und Piz Gloria zeigen Bond von seiner alpinen Seite
Das Schilthorn im Berner Oberland ist der eindeutigste Bond-Ort der Schweiz. Im Film Im Geheimdienst Ihrer Majestät diente das Gipfelgebäude als Blofelds Festung. Heute befindet sich dort das Drehrestaurant Piz Gloria auf 2.970 Metern, das sich langsam um die eigene Achse dreht und dabei den Blick auf mehr als 200 Berggipfel freigibt.
Für mich ist dieser Ausflug auch dann lohnend, wenn man kein eingefleischter Filmfan ist. Die interaktive Ausstellung Bond World, der 007 Walk of Fame und die originale Architektur machen den Filmbezug sichtbar, während das Panorama den eigentlichen Mehrwert liefert.
So kommt man hin
Die Talstation liegt in Stechelberg am Ende des Lauterbrunnentals. Von Interlaken Ost geht es mit der Bahn nach Lauterbrunnen, anschließend per Bus weiter zur Talstation. Von dort erreicht man Mürren und das Schilthorn mit der Luftseilbahn in ungefähr 20 bis 30 Minuten, abhängig vom Einstieg und den Umstiegen.
Wer wandern möchte, kann den Gipfel auch von Mürren aus angehen. Die anspruchsvolle Strecke dauert ungefähr 4,5 Stunden, umfasst rund 1.600 Höhenmeter und ist nur bei sicherem Wetter eine gute Idee. Für einen entspannten Tagesausflug reicht die Seilbahn völlig aus.
Auf dem Gipfel ändern sich Wind, Temperatur und Sicht oft innerhalb kurzer Zeit. Ich würde deshalb auch im Sommer eine warme Schicht, Sonnenbrille und festen Halt an den Schuhen einpacken. Bei dichter Bewölkung bleibt vom berühmten Panorama wenig übrig, der Bond-Bereich ist aber trotzdem zugänglich.
Am Furkapass wird die Fahrt selbst zum Bond-Erlebnis
Die wohl bekannteste Schweizer Filmszene stammt aus Goldfinger. Sean Connery fährt im Aston Martin DB5 über die engen Kurven des Furkapasses, vorbei an hochalpinen Hängen und dem Hotel Belvédère. Die Straße verbindet Realp im Kanton Uri mit Oberwald im Wallis und erreicht eine Passhöhe von rund 2.429 Metern.
Hier geht es weniger um ein einzelnes Gebäude als um die gesamte Dramaturgie der Landschaft. Jede Kehre verändert den Blick, und genau diese Mischung aus Asphalt, Fels und Gletscher macht den Ort so filmwirksam. Die markantesten Stellen lassen sich mit dem Auto, Motorrad oder Fahrrad erkunden.
Was bei der Planung wichtig ist
Der Furkapass ist eine klassische Sommerroute und normalerweise nur ungefähr von Juni bis Oktober geöffnet. Schnee, Lawinengefahr oder kurzfristige Sperrungen können die Saison verkürzen. Vor der Abfahrt sollte ich deshalb den aktuellen Passstatus prüfen und nicht allein auf ältere Reiseberichte vertrauen.
Die Fahrt von Andermatt über den Pass dauert ohne längere Stopps etwa 45 bis 60 Minuten. Für Fotos, kurze Spaziergänge und Aussichtspunkte sollte man jedoch mindestens einen halben Tag einplanen. Das Hotel Belvédère eignet sich als markanter Fotopunkt, ist aber kein verlässlicher Versorgungs- oder Übernachtungsstopp.
Die Szene sollte man nicht nachspielen. Die Straße ist schmal, teilweise unübersichtlich und in der Hauptsaison stark von Motorrädern, Fahrrädern und Reisebussen genutzt. Wer mehr Ruhe sucht, startet früh am Morgen oder wählt einen Termin außerhalb der Ferien.
Der Verzasca-Staudamm verbindet Filmgeschichte mit Nervenkitzel
Im Vorspann von GoldenEye stürzt sich Pierce Brosnan als James Bond von der Staumauer im Verzascatal. Die Mauer ist 220 Meter hoch und 380 Meter lang. Schon der Blick von oben in das grüne Tal ist eindrucksvoll, auch wenn man den Sprung natürlich nicht selbst machen möchte.
Der Originalschauplatz liegt am Eingang des Verzascatals im Tessin. Der Staudamm staut den Lago di Vogorno und lässt sich mit dem Auto oder öffentlichen Bussen erreichen. Für die Besichtigung der Mauer und des kleinen Informationsbereichs genügen meist 30 bis 60 Minuten.
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Bungee-Jump nur mit realistischer Selbsteinschätzung
Der 007-Bungee-Sprung wird weiterhin angeboten, ist aber ein eigenständiges Erlebnis und kein spontaner Programmpunkt. Für die Saison 2026 liegen die Preise bei etwa 255 Schweizer Franken für Erwachsene und 195 Franken für Jugendliche oder Studierende. Das zulässige Körpergewicht liegt zwischen 45 und 115 Kilogramm.
Die Anlage öffnet 2026 am Osterwochenende und danach saisonal bis Ende Oktober. Im April sind regulär vor allem Freitag bis Sonntag vorgesehen, von Juni bis Mitte September zusätzlich mehrere Wochentage. Eine vorherige Buchung ist sinnvoll, denn Wetter, Plätze und persönliche Voraussetzungen entscheiden darüber, ob der Sprung tatsächlich stattfinden kann.
Wer im Verzascatal bleibt, sollte den Ausflug nicht auf den Damm reduzieren. Dörfer wie Lavertezzo und Sonogno, die Steinbrücke Ponte dei Salti und die smaragdgrünen Flussbecken geben der Region ihren eigenen Charakter. Baden oder Springen sollte nur an offiziell geeigneten und sicheren Stellen erfolgen.
Welche Route für welchen Reisetyp passt
Die drei Kernorte lassen sich gut vergleichen, denn sie sprechen unterschiedliche Interessen an. Meine Empfehlung hängt weniger vom Filmwissen ab als davon, ob man Panorama, kurvenreiche Straßen oder Adrenalin sucht.
| Wenn du vor allem suchst | Beste Wahl | Warum |
|---|---|---|
| Panorama und leichte Erreichbarkeit | Schilthorn | Seilbahn, Restaurant und Ausstellung liegen direkt am Gipfel |
| Alpenstraße und Fotomotive | Furkapass | Die Landschaft ist Teil der Filmszene und der Ausflug bleibt flexibel |
| Adrenalin und Tessiner Lebensart | Verzasca-Staudamm | Filmkulisse, Flusstal und optionaler Bungee-Sprung |
| Familienausflug | Schilthorn oder Verzasca ohne Sprung | Beide Orte funktionieren auch ohne riskante Aktivität |
Für eine Reise aus Süddeutschland würde ich nicht versuchen, alles in ein enges Wochenende zu pressen. Sinnvoller sind zwei regionale Standorte, etwa Andermatt für Furkapass und Gotthardgebiet sowie Interlaken für Mürren und das Schilthorn. Das Verzascatal passt besser zu einer separaten Tessin-Etappe.
Nachhaltig zu den Bond-Schauplätzen reisen
Gerade alpine Filmkulissen sind empfindliche Reiseziele. Am Schilthorn ist die Anreise mit Bahn und Seilbahn besonders naheliegend. Im Verzascatal entlastet der Bus die engen Straßen, während sich am Furkapass eine Übernachtung in der Region besser mit einer bewussten, längeren Route verbinden lässt als ein kurzer Hin-und-zurück-Ausflug.
- Nutze am Schilthorn und im Verzascatal möglichst den öffentlichen Verkehr.
- Bleibe auf markierten Wegen und respektiere Weideflächen sowie Schutzbereiche.
- Plane Passfahrten nur bei offenem Wetter und prüfe Sperrungen am selben Tag.
- Vermeide Drohnen, laute Musik und unnötige Stopps auf engen Straßen.
- Kaufe regionale Produkte und übernachte, wenn möglich, bei lokalen Gastgebern.
Der wichtigste praktische Punkt ist die Saison. Schilthorn und Piz Gloria sind per Seilbahn deutlich wetterunabhängiger erreichbar, während Furkapass und viele Bergwanderungen stark von Schnee und Straßenverhältnissen abhängen. So bleibt die Reise entspannt, auch wenn die Alpen einmal nicht nach Drehbuch funktionieren.
Vom Filmmoment zum eigenen Alpenausflug
Die Schweizer Bond-Orte sind mehr als Fotospots. Das Schilthorn überzeugt mit Höhe und Weitblick, der Furkapass mit einer der eindrucksvollsten Alpenstraßen Europas und das Verzascatal mit einer ungewöhnlichen Verbindung aus Filmgeschichte, Natur und Abenteuer.
Ich würde den Filmbezug als roten Faden nutzen, aber nicht zum einzigen Reisezweck machen. Wer genügend Zeit für Landschaft, Dörfer und regionale Besonderheiten lässt, erlebt die Schweiz intensiver und nimmt am Ende weit mehr mit als nur ein Erinnerungsfoto an einer berühmten Kurve.