Wer ist der beste Bergsteiger der Welt? Messner und seine Rivalen

Ein Bergsteiger in roter Daunenkleidung und Skibrille kniet auf einem schneebedeckten Gipfel. Er könnte der beste Bergsteiger der Welt sein.

Geschrieben von

Gisbert Decker

Veröffentlicht am

15. Juli 2026

Inhaltsverzeichnis

Wer beim Bergsteigen nach der größten Leistung aller Zeiten fragt, landet schnell bei Reinhold Messner. Eine objektive Rangliste gibt es trotzdem nicht, denn technisches Klettern, Höhenexpeditionen, Geschwindigkeit und Erstbegehungen verlangen ganz unterschiedliche Fähigkeiten. Ich ordne die wichtigsten Namen ein, erkläre meine Kriterien und zeige, was sich daraus für den Bergsport im Alpenraum ableiten lässt.

Die stärkste Antwort auf die Ranglistenfrage bleibt Reinhold Messner

  • Reinhold Messner ist für mich der überzeugendste Allround-Alpinist der Geschichte.
  • Er bestieg alle 14 Achttausender zwischen 1970 und 1986 ohne zusätzlichen Flaschensauerstoff.
  • Jerzy Kukuczka, Ueli Steck, Gerlinde Kaltenbrunner und Nirmal Purja stehen für andere außergewöhnliche Leistungen.
  • Stil und Schwierigkeit zählen mehr als die reine Zahl erreichter Gipfel.
  • Für normale Touren sind Urteilsvermögen, Sicherheit und Respekt vor der Natur wichtiger als Rekorde.

Ein Mann, der wie der beste Bergsteiger der Welt aussieht, packt Ausrüstung auf einem schneebedeckten Gipfel.

Wer ist der beste Bergsteiger der Welt?

Wenn ich nur einen Namen nennen darf, entscheide ich mich für Reinhold Messner. Er verband extremes Felsklettern in den Dolomiten mit anspruchsvollen Himalaya-Expeditionen und veränderte damit die Vorstellung davon, wie große Berge bestiegen werden können.

Sein Ruf beruht nicht allein auf vierzehn Gipfeln über 8.000 Meter. Entscheidend ist die Kombination aus Höhenleistung, technischem Können, eigenständigem Stil und geistiger Konsequenz. Messner wollte Berge möglichst leicht, direkt und mit wenig künstlicher Unterstützung besteigen. Genau diese Haltung macht ihn für mich zum stärksten Gesamtpaket.

Das bedeutet nicht, dass er in jeder einzelnen Disziplin der Beste war. Ein Spezialist für Speedbergsteigen, eine herausragende Sportkletterin oder ein Sherpa mit jahrzehntelanger Erfahrung im Khumbu kann in seinem Bereich überlegen sein. Der Titel bleibt deshalb eine begründete Einschätzung und kein offizieller Weltmeistertitel.

Warum Reinhold Messner die stärkste Gesamtbilanz hat

Die vierzehn Achttausender waren nur ein Teil der Leistung

Messner war der erste Mensch, der alle 14 Achttausender bestieg. Noch bemerkenswerter ist, dass er diese Serie ohne zusätzlichen Sauerstoff abschloss. In der sogenannten Todeszone, also oberhalb von ungefähr 7.500 bis 8.000 Metern, bedeutet das eine enorme Belastung für Körper und Psyche.

1980 gelang ihm außerdem die erste Solo-Besteigung des Mount Everest ohne Flaschensauerstoff. Eine solche Unternehmung ist nicht einfach eine einsame Wanderung zum Gipfel. Sie verlangt sichere Orientierung, technisches Klettern, effizientes Tempo und die Fähigkeit, bei kleinsten Wetter- oder Gesundheitsproblemen sofort umzuplanen.

Der alpine Stil als bleibendes Vermächtnis

Unter Alpinstil versteht man eine Besteigung mit vergleichsweise kleiner Mannschaft, eigener Ausrüstung und möglichst wenig vorbereitender Infrastruktur. Im Gegensatz dazu stehen große Expeditionen mit vielen Hochlagern, Fixseilen, Sherpa-Unterstützung und umfangreicher Logistik.

Messner machte diesen reduzierten Ansatz im Himalaya bekannt. Auch seine dramatische Geschichte am Nanga Parbat 1970, bei der sein Bruder Günther ums Leben kam, prägte die Diskussion über Risiko, Verantwortung und die Grenzen menschlicher Leistung. Seine Erfolge wirken deshalb bis heute nach, weil sie nicht nur Gipfelstatistiken, sondern den Charakter einer Besteigung betreffen.

Ich halte außerdem seinen Einfluss außerhalb der eigentlichen Kletterei für wichtig. Durch Bücher, Vorträge, Museen und sein Engagement für alpine Landschaften wurde Messner zu einem Vermittler zwischen Bergsport, Kultur und Naturschutz.

Welche Namen in die engere Auswahl gehören

Jerzy Kukuczka

Der Pole Jerzy Kukuczka war der zweite Mensch mit allen 14 Achttausendern. Seine Bilanz ist besonders stark, weil er viele Gipfel über neue Routen oder unter winterlichen Bedingungen bestieg. Im direkten Vergleich mit Messner würde ich Kukuczka bei technischer Kühnheit und Routenwahl mindestens ebenbürtig einordnen.

Edmund Hillary und Tenzing Norgay

Die erste bestätigte Besteigung des Mount Everest im Jahr 1953 gelang Edmund Hillary und Tenzing Norgay. Ihre Bedeutung lässt sich nicht auf eine einzelne Gipfelhöhe reduzieren. Sie eröffneten eine neue Epoche des Höhenbergsteigens und zeigten, dass der höchste Berg der Erde unter den damaligen Bedingungen bezwungen werden konnte.

Ueli Steck

Ueli Steck steht wie kaum ein anderer für Speedbergsteigen mit höchster technischer Präzision. Seine Solo-Besteigung der Südwand der Annapurna im Jahr 2013 dauerte rund 28 Stunden. Das war eine völlig andere Art von Leistung als Messners Achttausender-Serie, aber in Sachen Tempo, Konzentration und Bewegungseffizienz außergewöhnlich.

Gerlinde Kaltenbrunner

Gerlinde Kaltenbrunner bestieg als erste Frau alle 14 Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff. Ihren letzten Gipfel, den K2, erreichte sie 2011. Für mich ist sie eine der überzeugendsten Persönlichkeiten des modernen Höhenbergsteigens, weil sie Ausdauer, Selbstständigkeit und einen ruhigen Umgang mit Risiken verbindet.

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Nirmal Purja

Nirmal Purja stellte 2019 mit sechs Monaten und sechs Tagen für alle 14 Achttausender einen außergewöhnlichen Geschwindigkeitsrekord auf. Seine Leistung zeigt, wie stark sich Training, Planung, moderne Wetterdaten und professionelle Logistik entwickelt haben.

Sie ist allerdings nicht eins zu eins mit Messners Expeditionen vergleichbar. Purjas Unternehmungen nutzten teilweise zusätzlichen Sauerstoff und eine große organisatorische Unterstützung. Das macht den Rekord nicht wertlos, zeigt aber, warum eine Rangliste immer erklären muss, nach welchen Regeln sie bewertet.

Ein Ranking funktioniert nur mit klaren Kriterien

Wer verschiedene Generationen vergleichen möchte, sollte nicht einfach die Gipfel zählen. Ich würde mindestens fünf Punkte berücksichtigen: Schwierigkeit der Route, verwendete Hilfsmittel, Geschwindigkeit, Selbstständigkeit und Einfluss auf den Alpinismus.

Bergsteiger oder Bergsteigerin Besondere Stärke Meine Einordnung
Reinhold Messner Allround-Leistung, 14 Achttausender, Solo-Everest ohne Sauerstoff Stärkster Gesamtalpinist
Jerzy Kukuczka Neue Routen und Winterbesteigungen im Himalaya Besonders stark bei technischer Originalität
Edmund Hillary und Tenzing Norgay Erste bestätigte Everest-Besteigung Historisch herausragend
Ueli Steck Extrem schnelle Solobegehungen Maßstab für Speedbergsteigen
Gerlinde Kaltenbrunner 14 Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff Eine der bedeutendsten Höhenbergsteigerinnen
Nirmal Purja Rekordtempo bei den 14 Achttausendern Herausragend bei Logistik und Ausdauer

Die Tabelle zeigt auch die Grenze jedes Rankings. Ein Rekord kann beeindruckender wirken als eine Erstbegehung, obwohl die Erstbegehung technisch und ethisch anspruchsvoller war. Deshalb bevorzuge ich eine mehrdimensionale Bewertung gegenüber einer scheinbar exakten Nummer eins.

Was große Alpinisten wirklich unterscheidet

Auf Bildern sieht man meist nur den Gipfel. Die eigentliche Qualität zeigt sich jedoch lange vorher und oft auch darin, wann jemand umdreht. Für mich sind die folgenden Fähigkeiten entscheidend.

  • Routenwahl: Ein guter Alpinist erkennt, welche Linie unter den aktuellen Bedingungen realistisch ist.
  • Risikomanagement: Erfahrung bedeutet nicht, jedes Risiko zu akzeptieren, sondern unnötige Risiken konsequent zu vermeiden.
  • Technik: Sicheres Steigeisengehen, Seilhandling, Felsklettern und Orientierung müssen auch unter Erschöpfung funktionieren.
  • Selbstständigkeit: Wer Wetter, Gelände und die eigene Verfassung richtig einschätzt, ist weniger von Glück abhängig.
  • Ethik: Rücksicht auf lokale Gemeinschaften, Tiere, Schutzgebiete und andere Seilschaften gehört für mich zum Können dazu.

Gerade der letzte Punkt wird oft unterschätzt. Ein Gipfel ist kein Freibrief für jedes Mittel. Wie jemand einen Berg besteigt, sagt häufig mehr über seine Qualität aus als das Foto auf dem höchsten Punkt.

Was diese Vorbilder für den Bergsport im Allgäu bedeuten

Aus Messners oder Stecks Leistungen sollte niemand ableiten, eine normale Hochtour müsse möglichst schnell oder allein erfolgen. Im Allgäu und in den Alpen bringt ein konservativer Plan oft mehr als sportlicher Ehrgeiz. Wettersturz, Altschnee, nasser Fels und schlechte Sicht sind auch auf niedrigen Gipfeln ernst zu nehmen.

Ich plane eine Tour deshalb lieber mit mindestens einer realistischen Zeitreserve und einem klaren Umkehrpunkt. Dazu gehören aktuelle Wetterinformationen, passende Kleidung, geladene Kommunikationsmittel und eine Route, die zur Erfahrung der gesamten Gruppe passt. Ein früher Abbruch ist keine Niederlage, sondern oft die professionellste Entscheidung des Tages.

Wer sich von den großen Namen inspirieren lässt, sollte nicht deren Extremziele kopieren, sondern ihre Arbeitsweise. Saubere Vorbereitung, sparsamer Umgang mit Ressourcen und ein respektvoller Blick auf die Landschaft sind Werte, die auf einer anspruchsvollen Himalaya-Route genauso zählen wie auf einer Bergwanderung rund um Oberstdorf.

Die beste Leistung beginnt mit der richtigen Frage

Für mich bleibt Reinhold Messner die plausibelste Antwort auf die Frage nach dem besten Bergsteiger der Welt, weil er außergewöhnliche Höhe, technische Schwierigkeit, eigenständigen Stil und nachhaltigen Einfluss miteinander verband. Wer anders entscheidet, kann mit Kukuczka, Steck, Kaltenbrunner oder Purja ebenso gute Gründe nennen.

Die sinnvollere Frage lautet deshalb nicht nur, wer den höchsten Gipfel erreicht hat. Sie lautet, unter welchen Bedingungen, mit welchem Risiko und in welchem Stil die Leistung entstanden ist. Genau dort beginnt eine faire Bewertung des Bergsports und ein verantwortungsvoller eigener Weg in die Berge.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Messner verband technisches Klettern, extreme Höhenleistungen, eigenständigen Stil und nachhaltigen Einfluss. Er bestieg als Erster alle 14 Achttausender ohne zusätzlichen Flaschensauerstoff und gelang ihm 1980 die erste Solo-Besteigung des Mount Everest ohne Sauerstoff.

Jerzy Kukuczka steht für neue Routen und Winterbesteigungen, Ueli Steck für extrem schnelles Soloklettern, Gerlinde Kaltenbrunner für alle 14 Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff und Nirmal Purja für den Geschwindigkeitsrekord bei dieser Serie. Edmund Hillary und Tenzing Norgay sind wegen der ersten bestätigten Everest-Besteigung von 1953 historisch herausragend.

Sinnvoll sind mindestens fünf Kriterien: Routenschwierigkeit, verwendete Hilfsmittel, Geschwindigkeit, Selbstständigkeit und Einfluss auf den Alpinismus. Die reine Zahl der Gipfel reicht nicht aus, weil eine schnelle Besteigung, eine technische Erstbegehung und eine historische Expedition unterschiedliche Leistungen darstellen.

Extremziele sollten nicht kopiert werden. Für normale Touren zählen sorgfältige Vorbereitung, aktuelle Wetterinformationen, passende Kleidung, geladene Kommunikationsmittel, eine realistische Zeitreserve und ein klarer Umkehrpunkt. Ein früher Abbruch kann bei Wettersturz, Altschnee, nassem Fels oder schlechter Sicht die professionellste Entscheidung sein.

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achttausender höhenbergsteigen risikomanagement alpinstil speedbergsteigen

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Gisbert Decker

Gisbert Decker

Ich bin Gisbert Decker und seit 6 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Alpenurlaub, Wandern, Lifestyle und Naturschutz auf bergleben-oberstdorf.de. Die Faszination für die Berge begleitet mich schon lange, und es ist mir ein Anliegen, meine Erfahrungen und mein Wissen über diese einzigartige Naturlandschaft mit Ihnen zu teilen. Ich lege Wert darauf, Ihnen fundierte Informationen zu liefern, sei es zu den schönsten Wanderrouten, den neuesten Trends im alpinen Lifestyle oder den wichtigen Aspekten des Naturschutzes in den Alpen. Dabei ist es mir wichtig, komplexe Sachverhalte verständlich aufzubereiten und stets auf aktuelle Entwicklungen zu achten, damit Sie stets gut informierte Entscheidungen für Ihren eigenen Alpenaufenthalt treffen können.

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