Bodenschneid bei Tegernsee - Route, Parken und Tipps

Wanderin auf dem Bodenschneid Tegernsee, eine junge Frau mit Rucksack und eine Kuh auf einer blühenden Almwiese.

Geschrieben von

Gisbert Decker

Veröffentlicht am

5. Juli 2026

Inhaltsverzeichnis

Wer am Tegernsee einen aussichtsreichen Gipfel mit echtem Berggefühl sucht, findet in der 1.668 Meter hohen Bodenschneid eine starke Wahl. Ich zeige, welcher Aufstieg für einen normalen Wandertag am sinnvollsten ist, wie viel Zeit und Kondition nötig sind, wo geparkt werden kann und wann das Bodenschneidhaus die Tour angenehm abrundet.

Die wichtigsten Eckdaten für deine Gipfelplanung

  • Höhe: 1.668 m in den Bayerischen Voralpen zwischen Tegernsee, Schliersee und Spitzingsee
  • Direktroute: ab Enterrottach rund 6,2 km, 777 Höhenmeter und etwa 3:29 Stunden für Hin- und Rückweg
  • Schwierigkeit: mittelschwere Bergwanderung mit steilen Waldpassagen und etwas Trittsicherheit
  • Beste Zeit: meist von Mai bis Oktober, abhängig von Schnee, Nässe und Wegzustand
  • Einkehr: Das Bodenschneidhaus liegt auf 1.365 m und ist ein sinnvoller Zwischenstopp bei längeren Varianten

Sonnenlicht beleuchtet die Felsen am Bodenschneid Tegernsee, während sich die Berge in sanften Violett- und Blautönen erstrecken.

Warum sich die Bodenschneid bei Tegernsee besonders lohnt

Die Bodenschneid ist kein hochalpiner Dreitausender, aber genau darin liegt ihr Reiz. Der Berg verbindet überschaubare Höhe mit einem überraschend weiten Panorama auf den Tegernsee, das Spitzingseegebiet, die Bayerischen Voralpen und bei klarer Sicht bis zu den Hohen Tauern.

Der Gipfel liegt zwischen mehreren bekannten Ausflugsregionen. Dadurch wirkt die Tour geografisch abwechslungsreicher als ein gewöhnlicher Aufstieg aus einem einzigen Tal. Im unteren Bereich wandert man durch Wald, später über Almwiesen und zum Schluss über einen offenen, sonnigen Gipfelhang.

Ich mag an dieser Tour besonders den Wechsel der Landschaft. Der Wald schenkt an warmen Tagen Schatten, während die letzten Kehren zum Gipfel den Blick immer weiter freigeben. Wer nur ein kurzes Zeitfenster hat, bekommt hier dennoch eine vollständige Bergwanderung mit Gipfelkreuz und Panorama.

Der direkte Aufstieg über Enterrottach

Für den ersten Besuch empfehle ich den direkten Weg ab dem kleinen Wanderparkplatz an der Mautstraße zwischen Enterrottach und Valepp. Der Ausgangspunkt liegt etwa 1,1 Kilometer hinter der Mautstelle in Richtung Sutten und Moni-Alm. Die Parkmöglichkeiten sind begrenzt, deshalb lohnt sich ein früher Start besonders an Wochenenden.

So verläuft die Runde

  1. Vom Parkplatz folgt man zunächst kurz dem breiten Forstweg.
  2. Schon nach wenigen Metern zweigt der markierte Waldsteig nach links ab.
  3. Der stellenweise steile Pfad führt hinauf zur Bodenalm.
  4. Über die Almwiese geht es zur Hütte des Skivereins Hochvogel am Waldrand.
  5. Durch lichten Wald und mehrere Kehren steigt man zum freien Gipfelhang auf.
  6. Am großen Gipfelkreuz bietet sich der beste Blick Richtung Tegernsee.
  7. Der Abstieg erfolgt auf demselben Weg zurück zum Parkplatz.

Die von Bergwelten beschriebene Variante ist mit 6,2 Kilometern, 777 Höhenmetern und 3:29 Stunden angegeben. Diese Zeit ist für gut trainierte Wanderer realistisch. Ich plane mit Kindern, längeren Fotopausen oder unsicherem Wetter lieber vier bis fünf Stunden ein.

Technisch bleibt die Route im Bereich einer mittelschweren Bergwanderung. Die steilen Waldpassagen verlangen vor allem bei feuchtem Boden Konzentration. Wanderstöcke helfen beim Abstieg, ersetzen aber keine festen Schuhe und eine saubere Tritttechnik.

Welche Route zu welchem Wandertag passt

Die Bodenschneid lässt sich von mehreren Seiten erreichen. Die beste Wahl hängt davon ab, ob du möglichst direkt zum Gipfel möchtest, eine Hütteneinkehr planst oder eine längere Überschreitung suchst.

Variante Richtwerte Charakter Geeignet für
Enterrottach über Bodenalm 6,2 km, 777 hm, ca. 3:29 h Direkter, steiler Aufstieg Gipfeltag mit begrenzter Zeit
Fischhausen-Neuhaus über Bodenschneidhaus Bis zur Hütte etwa 2 h, danach weiterer Gipfelanstieg Längere Talwanderung mit Einkehr Wanderer, die Forst- und Almwege mögen
Rundtour über Bodenschneidhaus und Kühzagl Etwa 5 bis 6 h, je nach Start und Wegführung Abwechslungsreiche Tagestour Ausdauernde Wanderer mit Zeit für eine Runde
Verbindung mit Spitzingsee Deutlich länger als der Direktaufstieg Wald, Almen und mehrere Übergänge Erfahrene Tageswanderer

Von Fischhausen-Neuhaus führt der Weg zunächst zum Bodenschneidhaus auf der Rettenbeck-Alm. Die Hütte liegt auf 1.365 Metern, sodass bis zum Gipfel rechnerisch noch rund 300 Höhenmeter fehlen. Durch die Wegführung können zusätzliche Gegenanstiege dazukommen, weshalb diese Seite nicht automatisch die leichtere ist.

Die direkte Enterrottacher Route ist meine klare Empfehlung für einen unkomplizierten Gipfelbesuch. Die längere Runde über die Hütte lohnt sich dagegen, wenn der Weg selbst zum Ziel werden soll und eine gemütliche Einkehr wichtiger ist als die kürzeste Gehzeit.

Wetter, Ausrüstung und typische Fehler

Auch ein Voralpengipfel unter 1.700 Metern verdient eine ernsthafte Tourenplanung. Am Gipfel kann der Wind deutlich stärker sein als am Parkplatz, und nach Regentagen verwandeln sich die steilen Waldstellen schnell in rutschige Passagen.

  • Schuhe: knöchelhohe Wanderschuhe mit griffiger Sohle
  • Kleidung: winddichte Schicht, leichte Regenjacke und zusätzliche warme Lage
  • Navigation: Offline-Karte oder Wanderkarte, da im Wald nicht jeder Abzweig eindeutig wirkt
  • Verpflegung: mindestens 1 bis 1,5 Liter Wasser pro Person für die direkte Runde
  • Extras: Stöcke, Erste-Hilfe-Set, Sonnenschutz und kleine Stirnlampe bei spätem Abstieg

Der häufigste Fehler ist aus meiner Sicht eine zu knappe Zeitplanung. Die Kilometerzahl sieht harmlos aus, doch 777 Höhenmeter auf kurzer Strecke bedeuten einen stetigen Anstieg. Wer erst mittags startet, sollte nicht automatisch mit einer schnellen Rückkehr rechnen.

Von November bis ins Frühjahr können Schnee, Eis und verharschte Querungen die Schwierigkeit deutlich verändern. Für eine normale Wanderung halte ich den Zeitraum Mai bis Oktober für am verlässlichsten. Vor jeder Tour prüfe ich Wetter, Schneelage und mögliche Wegsperrungen für genau den geplanten Tag.

Anreise, Parken und Einkehr sinnvoll planen

Mit dem Auto führt die Anfahrt von Rottach-Egern über Enterrottach in Richtung Sutten und Valepp. Der kleine Parkplatz am Abzweig zur Bodenschneid ist praktisch, aber nicht auf große Besucherzahlen ausgelegt. Ist er voll, sollte man nicht an ungeeigneten Stellen entlang der Mautstraße ausweichen.

Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln funktioniert ebenfalls. Von München geht es mit der BRB-Linie RB 57 bis zum Bahnhof Tegernsee, anschließend mit der Buslinie 9560 Richtung Sutten, Moni-Alm oder Valepp. Wer an der Mautstelle Enterrottach aussteigt, muss noch etwa 1,1 Kilometer aufwärts bis zum eigentlichen Ausgangspunkt einplanen. Fahrpläne ändern sich, daher würde ich die Verbindung am Vorabend nochmals kontrollieren.

Das Bodenschneidhaus ist eine gute Ergänzung für die Varianten von Norden oder für eine Rundtour. Die regionale Tourismusseite Tegernsee-Schliersee nennt reguläre Öffnungszeiten von 9 bis 22 Uhr, weist aber zugleich auf kurzfristige Änderungen hin. Für eine geplante Einkehr sollte man sich deshalb nicht allein auf alte Tourenberichte verlassen.

Nachhaltig unterwegs zu sein, ist hier unkompliziert. Ich würde nach Möglichkeit den Bus nehmen, auf den markierten Wegen bleiben, Weidegatter schließen und Hunde in Bereichen mit Vieh kurz führen. Jede Brotzeitverpackung gehört zurück in den Rucksack, denn gerade an beliebten Münchner Hausbergen macht sich jede zusätzliche Belastung der Natur schnell bemerkbar.

Was am Gipfel der Bodenschneid den Unterschied macht

Die schönste Stimmung erlebt man meist früh am Morgen oder am späten Nachmittag, wenn das Licht flacher über den Tegernsee fällt. Gleichzeitig darf der Abstieg nicht in die Dunkelheit rutschen, denn die Waldpassagen wirken dann deutlich anspruchsvoller als beim Aufstieg.

Für einen ersten Besuch würde ich die direkte Runde ab Enterrottach wählen, bei stabiler Wetterlage früh starten und die Gipfelrast nicht zu kurz halten. Wer mehr Zeit mitbringt, kann den Rückweg über das Bodenschneidhaus und Kühzagl verlängern. So bleibt die Tour flexibel und passt sowohl zu einem konzentrierten Gipfeltag als auch zu einem genussvollen Bergtag zwischen Tegernsee und Schliersee.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Die Route ab dem Wanderparkplatz bei Enterrottach ist 6,2 Kilometer lang und umfasst 777 Höhenmeter. Für Hin- und Rückweg sind etwa 3:29 Stunden angegeben. Mit Kindern, Fotopausen oder unsicherem Wetter solltest du eher vier bis fünf Stunden einplanen.

Empfohlen werden knöchelhohe Wanderschuhe mit griffiger Sohle, eine winddichte Schicht, Regenjacke und eine zusätzliche warme Lage. Außerdem gehören eine Offline-Karte, 1 bis 1,5 Liter Wasser pro Person, Sonnenschutz und bei Bedarf Wanderstöcke sowie ein Erste-Hilfe-Set in den Rucksack.

Der kleine Wanderparkplatz liegt etwa 1,1 Kilometer hinter der Mautstelle an der Straße zwischen Enterrottach und Valepp in Richtung Sutten und Moni-Alm. Die Plätze sind begrenzt, daher empfiehlt sich eine frühe Anreise. Ohne Auto geht es von München mit der BRB-Linie RB 57 bis Tegernsee und anschließend mit der Buslinie 9560; ab der Mautstelle sind noch etwa 1,1 Kilometer Aufstieg zu Fuß einzuplanen.

Für eine Hütteneinkehr bietet sich der Anstieg von Fischhausen-Neuhaus über das Bodenschneidhaus an. Die Hütte liegt auf 1.365 Metern, danach folgen noch rund 300 Höhenmeter bis zum Gipfel, wobei zusätzliche Gegenanstiege möglich sind. Auch eine Rundtour über Bodenschneidhaus und Kühzagl ist möglich und dauert je nach Start und Wegführung etwa fünf bis sechs Stunden.

Artikel bewerten

Bewertung: 4.75 Stimmenanzahl: 4

Tags:

bayerische voralpen bergwanderung bodenschneid tegernsee bodenschneidhaus

Beitrag teilen

Gisbert Decker

Gisbert Decker

Ich bin Gisbert Decker und seit 6 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Alpenurlaub, Wandern, Lifestyle und Naturschutz auf bergleben-oberstdorf.de. Die Faszination für die Berge begleitet mich schon lange, und es ist mir ein Anliegen, meine Erfahrungen und mein Wissen über diese einzigartige Naturlandschaft mit Ihnen zu teilen. Ich lege Wert darauf, Ihnen fundierte Informationen zu liefern, sei es zu den schönsten Wanderrouten, den neuesten Trends im alpinen Lifestyle oder den wichtigen Aspekten des Naturschutzes in den Alpen. Dabei ist es mir wichtig, komplexe Sachverhalte verständlich aufzubereiten und stets auf aktuelle Entwicklungen zu achten, damit Sie stets gut informierte Entscheidungen für Ihren eigenen Alpenaufenthalt treffen können.

Kommentar schreiben